Donnerstag, 20 Jun 2013

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Autofelgen

Als Autofelge bezeichnet man umgangssprachlich das Rad eines Autos ohne den Autoreifen. Im eigentlichen Sinne bezeichnet die Felge nur den äußeren Ring, der durch den Radkranz mit dem Radflansch verbunden ist. Heute werden diese jedoch meist aus einem Stück gefertigt.

Materialien


Autofelgen werden heute entweder aus gewalztem Stahl hergestellt oder aus Leichtmetall gegossen oder geschmiedet. Stahlfelgen sind gewöhnlich billiger, gelten aber als optisch nicht so attraktiv wie Leichtmetallfelgen. In einigen Fällen verringert sich die ungefederte Masse beim Einsatz von Alu-Felgen, das Ansprechverhalten der Federung ist besser. Da heute jedoch hochfeste Stähle zum Einsatz kommen, die mit entsprechend geringeren Wandstärken auskommen, hat sich der Gewichtsvorteil aktuell wieder häufig zugunsten der Stahlfelge gewandelt. Bei Nutzfahrzeugen werden oft noch Felgen aus Stahlguss verwendet, bei Motorrädern dagegen auch schon solche aus Faserverbundwerkstoff (CFK oder Aramidfaser, umgangssprachlich Carbon bzw. Kevlar genannt).
Stahlfelge

Die am häufigsten genutzte Stahlfelge ist ein sogenanntes Scheibenrad und besteht in der Regel aus der Felge an sich (bei Speichenrädern wird dieser Teil oft „Felgenband“ genannt) und der Radschüssel oder Radscheibe. Heutige Felgen werden aus warmgewalztem Stahl mit hoher Streckgrenze (>600 MPa) gefertigt, die Radscheibe ebenso. Beide sind von der Innenseite abschnittsweise verschweißt, da sich bei durchgehender Schweißung das Bauteil verziehen würde. Die Lage der Schweißnähte ist so gewählt, dass diese (im Schnittbild gesehen) im Nulldurchgang der auftretenden Wechselspannung bei dynamischer Fahrbelastung liegen. Somit ist eine (lebenswichtige) Dauerfestigkeit gewährleistet, die bei Schweißnähten besonders kritisch ist.
Leichtmetallfelge

Leichtmetallfelgen werden meist aus Aluminium-, seltener aus Magnesium-Legierungen (Formel 1, Rallye und teure Sportwagen) im Gussverfahren hergestellt und mit einer Speziallackierung versehen. Es sind hier vor allem einteilige von mehrteiligen Felgen zu unterscheiden. Einteilige Leichtmetallfelgen bestehen aus einem einzigen Stück Metall, während mehrteilige Felgen zum Beispiel aus Felgenbett und Felgenkranz bestehen, welche zusammengeschraubt werden. Für gewöhnlich werden Leichtmetallfelgen im Produktionsprozess mit einer matt-silbrigen Lackschicht und einer Klarlackschicht überzogen bzw. seltener mit einer dunkleren Lackierung, unter Umständen in Wagenfarbe. Sogenannte Chromalufelgen, die statt einer Lackierung eine hoch glänzende Oberfläche durch Galvanisierung erhalten, erfreuen sich insbesondere in der Tuning-Szene größerer Beliebtheit.

Leichtmetallfelgen bieten grundsätzlich weder nennenswert verbesserte Fahrleistungen noch höhere Sicherheit oder Komfort; sie dienen letztlich primär dem äußeren Erscheinungsbild eines Fahrzeuges. In Ausnahmefällen wie beispielsweise bei teuren einteiligen Magnesiumfelgen, verringern sich die ungefederten Massen, was das Fahrverhalten positiv beeinflussen kann. In seltenen Fällen kann durch Benutzung großformatiger Alufelgen die Kühlung der Bremsen (größere Luftdurchlässigkeit gegenüber einer typischen Stahlfelge) verbessert werden, weswegen manche Hersteller von Fahrzeugen bzw. Bremsanlagen die Verwendung von Leichtmetallfelgen bei leistungsstärkeren Modellen zumindest für Sommerreifen, seltener auch für Winterreifen, vorschreiben. Sollte die Bremsanlage eine Felge von mindestens 18 Zoll Durchmesser verlangen, wie es zum Beispiel bei einigen aktuellen Sportwagen der Fall ist, so besteht ausschließlich die Möglichkeit auch bei Winterbereifung Leichtmetallfelgen einzusetzen. In älteren Fahrzeugscheinen gab es einen Vermerk, falls ausschließlich Leichtmetallfelgen verbaut werden dürfen, wobei auch hier zwischen Sommer- und Winterrädern unterschieden wurde.

Problematisch ist insbesondere bei preisgünstigen Leichtmetallfelgen die Korrosionsbeständigkeit. Vor allem winterliche Witterungsbedingungen und hiermit verbunden der Einsatz von Streusalz und Sand/Split können zu Schäden in der Lackschicht und somit zu Korrosion führen. In den letzten Jahren werden allerdings vermehrt spezielle "Winter-Alufelgen" angeboten. Diese zeichnen sich aus durch eine im Vergleich zu Standard-Leichtmetallfelgen erhöhte Stoß-, Schlag- und Kratzfestigkeit des Lackes und bewirken somit auch eine verbesserte Korrosionsbeständigkeit.

Sofern nicht die vom Hersteller eines Kraftfahrzeuges für den jeweiligen Typ vorgesehenen „Original“-Leichtmetallfelgen verwandt werden, richtet sich die Zulässigkeit im Straßenverkehr danach, ob diesen eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) beiliegt oder ob sie in die Fahrzeugpapiere eingetragen wurden.

Aluminiumfelgen können, sofern der Grad der Beschädigung es zulässt, repariert werden. In erster Linie können nur 2- bzw. 3-teilige Felgen repariert werden. Hierbei erfolgt der Austausch des Außenbettes oder des Innenbettes. Besonders wichtig ist bei der Durchführung der Reparatur, auch die Felgenschrauben zu erneuern, da diese als Dehnschrauben ausgelegt sind. Eine Verwendung von alten Felgenschrauben (diese sind meist als M7-Schrauben ausgelegt) ist nicht zulässig. Mit der Felgenreparatur befassen sich mittlerweile zahlreiche Firmen. Einteilige Felgen können nur oberflächlich behandelt werden (aufpolieren der Oberfläche). Bei groben Schäden und (tiefen) Rissen ist jedoch ein Austausch der Felge unumgänglich. Moderne Instandsetzungsbetriebe arbeiten bei der Schadensbestimmung oft mit Röntgengeräten.


Quelle: wikipedia